Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremerhaven

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Inhalt: Planung und Ausführung

Der Containerterminal (CT) in Bremerhaven gehört zu den weltweit größten Containerhäfen. Die Umschlagsentwicklung in Bremerhaven und weltweit belegt, daß der Containerverkehr ein internationaler Wachstumsmarkt ist. International anerkannte Wirtschaftsinstitute rechnen mit weiterem starken Wachstum des Containerumschlagsvolumens in den nächsten Jahren. Für den Hafenstandort Bremerhaven bedeutet dies, auf den erheblichen Umschlagszuwachs und zunehmende Schiffsgrößen mit entsprechenden Hafeninfra- und -suprastrukturmaßnahmen reagieren zu müssen. Das Land Bremen hat diesen Erfordernissen mit dem Bau der Containerterminals III, IIIa und IV eindrucksvoll Rechnung getragen.

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Mit der Vertiefung der Fahrrinne in der Außenweser auf eine Mindesttiefe von 14 m unter Seekartennull in den Jahren 1998/99 wurde die die Leistungsfähigkeit der seewärtigen Zufahrt nach Bremerhaven deutlich verbessert. Auch die Unterweserhäfen Nordenham, Brake und Bremen profitierten von dem Außenweserausbau über ein zeitlich größeres Tidefenster, in dem tideabhängige Seeschiffe diese Häfen erreichen können.

Der Ausbauzustand vor dem 14m-Ausbau erlaubte einen tideunabhängigen Verkehr nur bis zu einem maximalen Abladetiefgang von 10,80 m.

Seit 1999 können die weltweit größten Containerschiffe mit einem maximalen Abladetiefgang von bis zu 12,60 m (Panmax Klasse) bzw. 12,30 m (Post-Panmax Klasse) tideunabhängig Bremerhaven anlaufen und verlassen. Für im Einzelfall noch tiefergehende Schiffe wird der Zeitraum ("Tidefenster") für die Revierfahrt erheblich erweitert. So können z. B. Containerschiffe mit 13,50 m Tiefgang (einlaufend) die Außenweser nunmehr tideabhängig statt bisher 2,5 Stunden innerhalb einer Tide künftig über mindestens 8,5 Stunden (bzw. Post-Panmax Klasse 5,75 Stunden) befahren. Zur gefahrlosen Abwicklung dieser Verkehre sind die Fahrrinnenbreiten in der "inneren" Außenweser (km 68 - 90) von heute 200 m auf 220 m vergrößert worden; in der "äußeren" Außenweser (km 90 - 130) ist eine Reduzierung von 400 m auf 300 m möglich geworden.

Längsprofil Ausbau-Sollsohle

Erst 9 Jahre nach Planungsbeginn konnten mit dem Planfeststellungsbeschluß vom 30.01.1998 die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die bauliche Umsetzung geschaffen werden. Dies war im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß eine aufwendige zeitliche und inhaltliche Auseinandersetzung über die ökologischen Folgewirkungen und deren Kompensation stattgefunden hatte.

Für die Kompensation des Eingriffs in die Umwelt werden einschließlich Begleituntersuchungen ca. 8,5 Millionen € verwendet. Mit diesem erheblichen Beitrag ist aus Sicht des Vorhabenträgers die Obergrenze des Vertretbaren erreicht. In den geplanten langperiodischen Beweissicherungsmessungen ist ein wichtiges Instrument dafür zu sehen, die Erkenntnisse über die tatsächlich eintretenden ökologischen Folgewirkungen eines Flußausbaus weiter abzusichern und damit auch die Größenordnung des angemessenen Kompensationsumfanges künftig noch besser eingrenzen zu können

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Die wirtschaftliche Verwertung des Baggergutes hat dem Bund und dem Land Bremen erhebliche Kosteneinsparungen erbracht. Gleichzeitig konnte damit auf zwei der drei Neubauklappstellen in der Außenweser verzichtet und die Beeinträchtigungen durch Verklappungen erheblich reduziert werden.

Zum Ausgleich der Eingriffsfolgen - insbesondere die Beeinträchtigung von Uferröhrichten und Gewässerfauna durch geringe Wasserstandsänderungen sowie von Bodenlebewesen durch Baggerei und Verklappung - werden Kompensationsflächen in einer Größe von ca. 165 ha bereitgestellt. Zeitgleich mit der Vertiefungsbaggerung konnten bereits 4 kleinere Kompensationsflächen im Jahr 1998 hergestellt werden. 1999 folgte der Baubeginn für zwei weitere größere Maßnahmen. 2002 waren alle Kompensationsmaßnahmen baulich fertiggestellt.

Zusätzliche Strombauwerke sind notwendig, um eine ausreichende Selbsträumkraft im ausgebauten Flußquerschnitt zu gewährleisten. Wie das schon vorhandene, im Laufe von 100 Jahren entstandene und fortentwickelte Strombauwerke-System in der Außenweser zeigt, ist dies die entscheidende Voraussetzung für die Lagestabilität und die wirtschaftliche Unterhaltung der Fahrwassertiefen. Erste Buhnenbauten wurden ausgeführt, weitere sind in Planung.

Mit dem Abschluß der hydrologischen Beweissicherung im Jahre 2009 und dem Ende der ökologischen Beweissicherung im Jahre 2012 wird die Ausbaumaßnahme voraussichtlich abgeschlossen sein.

Der ursprünglich veranschlagte Kostenrahmen von 92 Mio. DM für das Gesamtprojekt wird zwar nach aktueller Einschätzung mit Herstellungskosten von ca. 70 Mio. DM noch deutlich unterschritten; er muss aber angesichts der ausbaubedingt erhöhten Baggerunterhaltungskosten nach wie vor als realistisch angesehen werden. Die bisher geringer als erwartet ausgefallenen reinen Ausbaukosten erklären sich neben der wirtschaftlichen Verwertung eines Großteils des Ausbaubaggergutes durch Dritte insbesondere aus günstigen Ausschreibungsergebnissen bei den Nassbaggerarbeiten und den ökologisch bedingten Erdbaumaßnahmen sowie aus dem Verzicht auf eine größere Strombaumaßnahme.

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