Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremerhaven

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Inhalt: Beweissicherung

Einleitung

Die Vertiefung der Fahrrinne in der Außenweser von SKN -12 m auf eine Mindesttiefe von SKN -14 m führt zu einer Veränderung der hydraulischen Eigenschaften im Weser - Jade - System. Hiervon sind prinzipell alle hydrologischen Parameter (Wasserstand, Strömung, Salzgehalt, Wassertemperatur usw.) betroffen. Das äußerst komplexe Zusammenspiel dieser Parameter mit der Morphologie des Ästuars und meteorologischen Einflußgrößen (Wind, Luftdruck, usw.) läßt sich nur in Modellen untersuchen.

In hydro-numerischen Modellen wird ein Gitternetz, das das Untersuchungsgebiet darstellt, mit physikalischen Gleichungen, die die Reaktionen des Systems beschreiben, verknüpft. Das Modell wird durch eine oder mehrere Eingangszeitreihen gesteuert. Für die übrigen Parameter müssen Start- bzw. Randbedingungen definiert werden. Diese können die Abläufe entscheidend beeinflussen. In einer Systemanalyse wird ihr Einfluß untersucht

Zur Abschätzung der Änderungen der hydrologischen Parameter wurden von der Bundesanstalt für Wasserbau - Außenstelle Küste (BAW-AK) in Hamburg Modellrechnungen durchgeführt. Die Rechenergebnisse liefern die räumliche Verteilung der Änderungen von z.B.

Für die Vielzahl an möglichen Kombinationen von Start- und Randbedingungen und Steuerzeitreihen lassen sich nicht jeweils Modellrechnungen durchführen. Mit der Kenntnis aus der Systemanalyse läßt sich aber der Einfluß aus dem Zusammentreffen ungünstiger (im Sinne von: die größten Veränderungen erzeugend) Parameterkombinationen abschätzen. Auf diese Weise wurden Prognosewerte z.B. für die Änderungen der Scheitelwasserstände ermittelt, die doppelt so hoch lagen wie die Rechenwerte.

Ziel der Beweissicherung ist, aus den gemessenen Zeitreihen der unterschiedlichen Parameter die jeweiligen durch den 14 m - Ausbau verursachten Änderungen zu ermitteln.

Umfang der Beweissicherung

Der Umfang der Beweissicherung ist im "Planfeststellungsbeschluß für den Ausbau der Bundeswasserstraße Weser von km 65 bis km 130 zur Herstellung einer Mindesttiefe von 14 m unter Seekartennull" vom 30. Januar 1998 in Abschnitt A.II.3 festgelegt. Es wurden Beweissicherungsuntersuchungen für Wasserstände, Leitfähigkeit, Morphologie und Schiffswellen angeordnet.

Neben der Registrierung an 26 Pegeln (21 WSV-Pegel, 5 Landespegel) umfaßt die Auswertung der Wasserstände folgende Punkte

Die Leitfähigkeit wird an 10 Stationen aufgezeichnet (7 WSA, 2 Länder-Messstellen, 1 Dritte).

Die morphologischen Veränderung in Außen- und Unterweser sollen jährlich Peilungen ermittelt werden. Einige Bereiche mit höherer oder niedrigerer morphologischer Aktivität sollen häufiger (halbjährlich oder öfter) bzw. seltener (alle 3 oder 5 Jahre) gepeilt werden.

Zur Untersuchung der Schiffswellenbelastung fanden im Watt vor Imsum in der Zeit von August bis November 2001 Messungen statt.

Die ersten Ergebnisse der Beweissicherung wurden im Jahr 2003 den Verfahrensbeteiligten zur Einsicht ausgelegt und im Jahr 2004 auf einem Fachseminar vorgestellt. Die Fortsetzung des Berichtes zur Beweissicherung befindet sich aktuell in Bearbeitung.

 

Tagungsband Fachseminar 2004 (pdf / 5 MB)