Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremerhaven

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Inhalt: Roter Sand

Stahlturm

Standort 53° 51,19' N    08° 04,93' E   (WGS 84)
34 39 674    59 69 513   (GK)
Weser-km rd. 113
Leuchtturm Roter Sand
Baujahr 1885
Wassertiefe rd. NN -7,2 m
Gründung stählerner Senkkasten mittels Druckluft bis auf ca. NN - 24m abgesenkt
Bauwerkshöhe rd. NN 25m
Leuchtfeuer gelöscht
Funktion keine mehr
Weitere Ausstattung Unterbringungsmöglichkeit für mehrere Personen

Als im Jahre 1878 der preussische Handelsminister beim bremischen Senat die Schaffung eines neuen (dritten) Feuerschiffes in der Aussenweser anregte, schlug das Tonnen- und Bakenamt in Bremerhaven vor, stattdessen ein festes Feuer auf dem Rande des Roten Sandes dicht am Fahrwasser zu errichten, ähnlich wie es bereits vor der englischen Küste mehrfach geschehen sei. Unter allen deutschen Leuchttürmen bildete der Bau des Roter Sand Leuchtturmes wohl das kühnste und gefahrvollste Unternehmen. Sein Standort liegt an der Grenze zur offenen See, mitten im tiefen Wasser, in einem Gebiet mit ständigen Sandwanderungen und bei Sturm schweren Grundseen.

Die Fa. Bavier, Kunz und Weiss aus Bremen scheiterte 1881 bei den Gründungsarbeiten, als eine schwere Sturmflut den noch nicht weit genug mit Beton gefüllten Senkkasten zerstörte. Die Fa. Harkort aus Duisburg erhielt im August 1882 den Auftrag und beendeten im Oktober 1885 erfogreich die Herstellung.

Das erste Feuer war nur rd. 600 cd stark. Der Betrieb einer elektrischen Bogenlampe scheiterte oft durch Beschädigungen an dem dafür gelegten Seekabel nach Wangerooge, sodas dieser bald wieder eingestellt wurde. Das daraufhin eingeführte Petroleumlicht gab dem Feuer eine Lichtstärke von 6.500 cd. 1947 erfolgte die Umstellung der Befeuerung auf Strom, der durch ein Dieselaggregat auf dem Turm selbst erzeugt wurde. Damit hatte das Hauptfeuer eine Lichtstärke von 26.800 cd.

Seit der Fertigstellung des Leuchtturmes Alte Weser 1964 ist Roter Sand unbesetzt. Er verlor mehr und mehr seine Bedeutung als Nachtsichtzeichen, 1986 wurde das Feuer ganz gelöscht.

1987 wurde das Fundament durch Überstülpen einer 100 t schweren Stahlmanschette saniert. Sie umspannt den maroden Stahl/Beton/Stein-Sockel und dient der Erhöhung der Standfestigkeit.

Der Besitz ist am 09.10.1987 auf die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übergegangen, Eigentümer bleibt die Bundesrepublik Deutschland. In den letzten Jahren wurde das Turminnere durch die Stiftung und den Förderverein "Rettet den LT Roter Sand" saniert. Seit 1999 besteht die Möglichkeit, den Turm zu besuchen und auc dort zu übernachten.