Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremerhaven

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Historische Entwicklung der Schifffahrtszeichen

Das Aufstellen von Schifffahrtszeichen war immer ausgerichtet nach dem Bedarf der Schifffahrt für eine sichere und leichte Fahrt. Durch zunehmende Transportmengen und Vergrößerung der Schiffsanzahl und Schiffsabmessungen steigerte sich dieser Bedarf.

Die nachfolgende Aufzählung verdeutlicht die Entwicklung der Schifffahrtszeichen an der deutschen Küste.

Hölzerne Tonne um 1878
Hölzerne Tonne um 1878

Die Anzahl der unbefeuerten Tonnen in der Aussenweser:

15. Jh. = 2
16. Jh. = 15
17. Jh. = 16
18. Jh. = 46
19. Jh. = 70

Tonnenbojer
Tonnenbojer

Die Situation beim Seezeichenwesen kurz vor der Gründung des Tonnen- und Bakenamtes

Um 1850 waren die bestehenden Schifffahrtszeichen an der deutschen Nordseeküste noch nicht aufeinander abgestimmt. Die damaligen Seeuferstaaten Preußen, Königreich Dänemark, Königreich Hannover, Hansestadt Hamburg, Großherzogtum Oldenburg und Hansestadt Bremen gehörten zwar seit 1815 dem Deutschen Bund an, hatten aber alle ihre eigenen Einrichtungen und Bestimmungen (ohne einen lokalen Lotsen war eine sichere Navigation nicht möglich) für die Seeschifffahrt. Die Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 und die des Deutschen Reichs 1871 lösten neue Initiativen aus, hier Vereinheitlichungen zu schaffen. 1876 einigten sich die Weseruferstaaten Preußen, Oldenburg und Bremen unter maßgebendem Einfluss des Reichs auf einen Vertrag, der die Unterhaltung der Schifffahrtszeichen auf der Unterweser regelte und hier erstmals ein einheitliches Leuchtfeuersystem garantierte. Zur Ausführung dieser Arbeiten wurde das gemeinsame Tonnen- und Bakenamt in Bremen mit einem gemeinsamen Tonnenhof in Bremerhaven eingerichtet. Der Leiter dieses Amtes war der sog. Barsemeister.

Alteseekarte
Die Befeuerung der Aussenweser am Ende des 19. Jahrhunderts

Einführung einheitlicher Betonnungssysteme
1904 Verwirklichung eines 1887 veröffentlichten Erlasses über die "Grundsätze eines einheitlichen Systems zur Bezeichnung des Fahrwassers und der Untiefen in den deutschen Küstengewässern"
1954 Einführung einer 1936 durch den Völkerbund empfohlenen Bezeichnungsart, dem "Genfer System". Steuerbord: schwarzer Anstrich, Buchstaben, ungerade Kennung. Backbord: roter Anstrich, Ziffern, gerade Kennung.
1978 Umsetzung des internationalen Betonnungssystems "A". Kombination lateraler und kardinaler Zeichen, Steuerbord: grüner Anstrich, spitzes Toppzeichen, ungerade Ziffern, grünes Feuer. Backbord: roter Anstrich, stumpfes Toppzeichen, gerade Ziffern, rotes Feuer. Kardinale Zeichen: gelb/schwarz kombinierter Anstrich, besondere Toppzeichenkombinationen und Kennungen.

Ein einziges System weltweit war bislang nicht durchsetzbar, es existieren z. Zt. die zwei Betonnungssysteme "A" und "B" nebeneinander ("B" hauptsächlich in Amerika).

Markante Entwicklungsstufen bei den Schifffahrtszeichen an der Weser
1066 Auslegung der ersten Seetonne in der Wesermündung vor Mellum.
1664 Die Schlüsseltonne wird an der Seegrenze ausgelegt, um Bremens Stromhoheit über die Weser zu betonen.
1818 Erstes Feuerschiff auf Station "Weser" vor der Wesermündung.
1840 Feuerschiff auf Station "Bremen" in der Außenweser vor dem Dwarsgat, der Einfahrt zum Wurster Arm.
1855 Bau des Leuchtturmes Bremerhaven.
1856 Bau des Leuchtturmes Hohe Weg.
1876 Gründung des Tonnen- und Bakenamtes Bremen mit einem Tonnenhof in Bremerhaven.
1880 Einsatz von gasbetriebenen Leuchttonnen.
1885 Bau des Leuchtturmes Rotersand, die erste Errichtung eines Leuchtturmes im tiefen Wasser der offenen See.
1887 Errichtung der Richtfeuer Eversand und der Leuchtfeuer Meyers Legde. Damit stand erstmals eine durchgehende Nachtbezeichnung von See bis Bremerhaven zur Verfügung. Weitere Leuchtfeuer bis 1912 verbesserten die Bezeichnung.
1925 Bau des Leuchtturmes Robbenplate und einiger anderer Leuchtfeuer nach der Fahrwasserverlegung vom Wurster Arm auf die andere Seite der Wattinsel Robbenplate in das sog. Wremerloch-Fahrwasser.
1941-1955 Elektrifizierung der Leuchtfeuer der Außenweser, Voraussetzung für die spätere Fernsteuerung aller Anlagen von Bremerhaven aus.
1965 Die Radartechnik hält Einzug im Schifffahrtszeichenwesen. Bau des Leuchtturmes Alte Weser mit verbesserten Möglichkeiten zur Aufnahme von Verkehrssicherungssystemen (Radar) als Ersatz für den Leuchtturm Rotersand. Fertigstellung der Landradarkette Außenweser.
1969-1973 Fernsteuerungs- und Überwachungsanlagen für die Leuchtfeuer der Außenweser in Betrieb. Die letzten Leuchtturmwärter gehen von den Türmen.
2002-2005 Umstellung der Energieversorgung der Leuchttonnen von Gas- auf Solarbetrieb, gleichzeitiger wechsel auf LED-Laternen.