Inhalt: Allgemeines zur Baggerei
Baggerei im Zusammenhang mit Wasserstraßen meint meist immer Nassbaggerei (engl. dredging, im Gegensatz zu excavating), d.h. das Baggermaterial wird unter Wasser gewonnen. Unterwasserbaggerarbeiten sind aus den verschiedensten Gründen erforderlich, z.B. zur
- Gewinnung von Baumaterial (Sand, Kies) für die Bauwirtschaft
- Gewinnung von Boden für Landgewinnung/Deichbau/Küstenschutz (Beispiel Strandvorspülung Sylt)
- Pflege von Gewässern (Beispiel Entfernung kontaminierter Sedimentschichten)
- Neu- und Ausbau von Wasserstraßen und Häfen
- Unterhaltung von Wasserstraßen und Häfen (d.h. Wiederherstellen der für die Schifffahrt erforderlichen Tiefe)
Entsprechend dem jeweiligen Ziel der Baggerarbeiten wird das gebaggerte Material, das sogenannte Baggergut, unterschiedlich behandelt:
- Entnahme aus dem Gewässer (meist) durch Verspülen in flexiblen oder starren Spülleitungen an Land zur Weiterverwendung (Baustoffe, Landgewinnung) oder Deponierung (zur Unterbringung überschüssigen Bodens aus Neubau- oder Unterhaltungsmaßnahmen oder zur Lagerung, ggf. nach Vorbehandlung, kontaminierter Sedimente)
- Umlagerung im Gewässer durch Verklappen in Bereichen, in denen es aufgrund vorhandener Übertiefen nicht mehr stört. Dieses Verfahren wird in der Regel bei der Unterhaltung und , soweit möglich, auch beim Neu- uns Ausbau von Wasserstraßen und Häfen angewandt. Eine besondere Form von Umlagerung im Gewässer erfolgt beim Einsatz von Wasserinjektionsbaggern oder "Schlickeggen": das Baggergut wird vom Bagger nicht aufgenommen, sondern an der Gewässersohle lediglich aufgerührt und durch die natürlichen Strömungsverhältnisse fortgetragen.
- Pontonbagger
Auf einem schwimmenden, durch Stelzen oder Drähte verankerten Ponton steht ein Seil- oder Hydraulikbagger, der das Baggergut an der Gewässersohle aufnimmt und an Land oder in Schuten absetzt.

- Eimerkettenbagger
Bei dem durch Drähte (oder seltener: durch Stelzen) verankerten Eimerkettenbagger wird das Baggergut durch die Eimer an der sich drehenden Eimerkette an der Gewässersohle aufgenommen und in Schuten gefördert.
- Cutterbagger (Schneidkopfsaugbagger)
Von einem schwimmenden, durch Stelzen oder Drähte verankerten Ponton ragt ein Saugrohr, an dessen vorderen Ende ein rotierender Schneidkopf das Baggergut an der Gewässersohle löst. Das gelöste Baggergut wird durch das Rohr gesaugt und an Land oder in Schuten verspült.
- Hopperbagger (selbstfahrender Laderaumsaugbagger)
Von einem freifahrenden Schiff wird das Baggergut durch ein Saugrohr an der Gewässersohle aufgenommen und in den Schiffsladeraum gesaugt. Nach Beendigung des Ladevorgangs wird das Baggergut zu separaten Klappstellen transportiert und verklappt oder zu einer Entladestation transportiert und verspült.
- Wasserinjektionsgerät
Von einem freifahrenden Schiff wird durch ein nahe der Gewässersohle geführtes Druckrohr Druckwasser in die oberen Bodenschichten injeziert. Das so fließfähig gemachte Baggergut wird von der natürlichen Strömung aus dem Baggerbereich fortgetragen.
Neben den o.a. Geräten finden weitere Spezialgeräte Verwendung, die an die jeweils unterschiedlichen Aufgaben und Einsatzbedingungen angepaßt sind.