Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremerhaven

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Inhalt: Bodenproben

Das Zusammenspiel von Strömung, Wind, Wellen und wechselnden Wasserständen bestimmen die Sedimentverteilung im Ästuar. In den ruhigen Randbereichen kann sich feineres Material ablagern als in Bereichen mit starker Strömung oder hohen Wellen. Die Sedimentbelegung kann sich innerhalb einer Tide ändern. Während der Kenterphasen können sich Schwebstoffe aus der Wassersäule absetzen. Mit zunehmender Strömung wird erst feines und schließlich auch gröbers Material wieder mobilisiert und mit der Strömung transportiert. Jahreszeitliche Schwankungen des Oberwasserabflusses und der mit dem Oberwasser transportierten Schwebstofffracht sowie der Lage der Brackwasserzone und der mit der Brackwasserzone verbundenen Trübungszone führen zu langperiodischen Veränderungen der Sedimentverteilung. Auch kurzfristige Ereignisse wie Sturmfluten rufen Veränderungen her. Und schließlich ist da noch der Einfluss des Menschen mit Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen (Baggern, Verklappen, Hafen- und Buhnenbau, ...)

Diese kurze Einführung zeigt die Komplexität dieses Themas. Die Gewässerkunde behandelt hierbei Fragen, warum sich in einem Gebiet die Sedimentverteilung verändert hat und woher die neuen Sedimente stammen, warum sie sich dort abgelagert haben. Dafür sind detaillierte Kenntnisse über die Sedimentverteilung erforderlich. Hierzu werden im ganzen Ästuar Bodenproben genommen. Vom gewässerkundichen Messschiff Tide wird hierzu ein Van Veen Greifer eingesetzt. Der offene Greifer wird mit einem Kran zum Boden gefiert. Dort schließt er von alleine und greift dabei eine Probe aus der obersten Sedimentschicht. Der Greifer schließt dabei so dicht, dass auch ganz feines Material beim Hochziehen aus größeren Wassertiefen nicht verloren geht. An Bord wird der Greifer in eine Wanne entleert. Auf einem Protokollblatt werden neben der Position der Probennahme und der Zeit auch noch eine grobe Beschreibung notiert. Ein Teil der Probe wird für eine Korngrößenanalyse in ein Probengefäß abgefüllt. Die unteren 4 Bild zeigen unterschiedliche Sedimentproben aus der Weser.

Van Veen Greifer auf Van Veen Greifer zu

In den flachen Wattbereichen, in denen der Einsatz des Greifers vom Schiff nicht möglich ist, werden die Bodenproben entweder bei Hochwasser mit einem Arbeitsboot und einer kleineren Version eines Van Veen Greifers oder mit einem schwimmfähigen Wattfahrzeug (Typ Argo) genommen. Dabei wird das Wattfahrzeug mit dem Bordkran an Land oder ins flache Wassergesetzt und schließend die geplanten Beprobungspunkte mit dem Fahrzeug angefahren.

Beispiele für unterschiedliche Sedimente:
Fester Schlick / Mittelsand und Feinsand / Grobsand aus der Unterweser / Grobsand mit Muschelbruch aus der Außenweser

Bodenprobe Fester Schlick Bodenprobe Fein- und Mittelsand Bodenprobe Grobsand Unterweser Grobsand Außenweser mit Muschelbruch